Atomstreit : Iran: Atombombe binnen Jahresfrist?

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad prahlt mit Fortschritten seines Landes bei der Urananreicherung: Man verfüge nun über 3000 Zentrifugen. Die reichen theoretisch aus, um in weniger als einem Jahr genug Uran für eine Atombombe anzureichern.

Mahmud Ahmadinedschad
Mahmud Ahmadinedschad. -Foto: AFP

Teheran/BerlinIran hat nach Angaben seines Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad die für den Atombombenbau entscheidende Schwelle bei der Zahl der Zentrifugen erreicht. Heute sei die Zahl von 3000 Zentrifugen erreicht worden, sagte Ahmadinedschad in einer vom Fernsehen übertragenen Rede vor Anhängern in der südiranischen Stadt Birdschand. 3000 Zentrifugen reichen bei optimaler Funktionsweise und Auslastung theoretisch aus, um in weniger als einem Jahr ausreichend atomwaffenfähiges Uran anzureichern.

Mitte November will die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) einen Bericht über die Kooperationsbereitschaft von Iran im Atomstreit vorlegen. Die fünf Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland hatten sich darauf geeinigt, dass das Gremium vorher nicht über neue Sanktionen gegen Teheran berät.

Merkel will Bush zu diplomatischer Lösung bewegen

Bei ihrem Treffen mit US-Präsident George W. Bush will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende der Woche auf eine diplomatische Lösung des Atomkonflikts mit Iran drängen. Sie sei sich sicher, dass sie dafür bei Bush "offene Ohren" finden werde, sagte Merkel der "Berliner Zeitung". Bush hatte im vergangenen Monat im Zusammenhang mit dem Atomstreit mit Teheran von der Möglichkeit eines "Dritten Weltkriegs" gesprochen. Die "internationale Gemeinschaft" müsse mit Festigkeit das Ziel verfolgen, dass Iran sich nicht atomar bewaffne, sagte Merkel. Wenn die jetzt laufenden Gespräche mit Teheran nicht erfolgreich seien, werde auch Deutschland zu weiteren und schärferen Sanktionen gegen Iran bereit sein.

Die Bundeskanzlerin wandte sich aber gegen einseitige Maßnahmen der EU. Der Ort, an dem über Sanktionen verhandelt werde, sei die Uno. Sie setze weiter auf die Geschlossenheit der Staatengemeinschaft, einschließlich Russland und China. "Die Wirksamkeit der Sanktionen ist umso größer, je mehr sich ihnen anschließen", sagte Merkel. (mit AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar