Atomstreit : Israel: Der Iran hat die Bombe bald

Israels Vize-Regierungschef Schaul Mofas hat vor weiteren Fortschritten Irans bei seinem Atomprogramm gewarnt. Der Iran stehe vor einem "großen Durchbruch" in seinem Streben nach einer Atombombe, sagte Mofas in Washington.

Washington/BerlinDemnach gehen israelische Experten davon aus, dass Teheran 2010 in der Lage sein wird, Uran auch für militärische Zwecke anzureichern. Mofas bekräftigte, dass für Israel eine Nuklearmacht Iran nicht akzeptabel sei.

Der Iran betreibt ein Programm zur Urananreicherung, das er sich weigert aufzugeben, obwohl schon drei Mal UN-Sanktionen gegen ihn verhängt wurden. Der Westen verdächtigt das Land, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten und unterbreitete Teheran ein Angebot von weitreichender Kooperation, wenn es die Anreicherung aufgibt.

Zwei Wochen nach Gesprächen zwischen dem Iran und Vertretern der internationalen Gemeinschaft ließ unterdessen am Samstag eine Antwort Teherans auf ein neues Angebot für Verhandlungen zur Beilegung des Atomstreits auf sich warten. Die Europäische Union vermute, dass dies am Montag geschehe, sagten EU-Diplomaten am Samstag in Brüssel.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte den Iran zu einem raschen Ende der „Tändeleien“ auf. Teheran solle nicht länger auf Zeit spielen, sondern schnell eine „verwertbare Antwort“ geben, sagte Steinmeier dem „Spiegel“. Andernfalls drohe eine weitere Verschärfung der Sanktionen. „Niemand wünscht sich, dass dieser Weg weitergeht; aber der Schlüssel dafür liegt in Teheran.“

Am 19. Juli hatte EU-Chefdiplomat Javier Solana gemeinsam mit Vertretern der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und Deutschlands in Genf den iranischen Chefunterhändler Said Dschalili zu einer Antwort auf das Verhandlungsangebot der internationalen Gemeinschaft aufgefordert. „Wir haben noch keine eindeutige Antwort erhalten“, sagte Solana unmittelbar nach den Gesprächen. „Wir erwarten jetzt eine klare Antwort und wir möchten sie in etwa zwei Wochen haben.“ An den Gesprächen in Genf hatte auch der US-Außenstaatssekretär William Burns teilgenommen und damit signalisiert, dass auch Washington zu direkten Gesprächen mit Teheran bereit ist. AFP/dpa

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