Atomstreit mit Iran : Schanghai-Gruppe mahnt Diplomatie an

Diplomatie ist für die so genannte Schanghai-Gruppe der einzige Weg aus der Krise um Irans Atomprogamm. Die Organisation zentralasiatischer Länder ließ ein Beitrittsgesuch Irans aber unbeantwortet.

Schanghai - Russland und China haben zusammen mit den anderen vier zentralasiatischen Mitgliedern der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) eine diplomatische Lösung im Atomstreit mit dem Iran angemahnt. «Wir glauben, dass diese Angelegenheit nur durch Verhandlungen gelöst werden kann», sagte der tadschikische Außenminister Talbak Nazarow am Montag zum Abschluss des Jahrestreffens der SCO-Außenminister in Schanghai.

Den Wunsch Irans auf eine Mitgliedschaft in dem Kooperationsforum ließen die Außenminister von China, Russland, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan vorerst unbeantwortet. Der Iran hat Beobachterstatus und bemüht sich derzeit um Mitgliedsstatus, ebenso wie Pakistan, Indien und die Mongolei. Eine baldige Mitgliedschaft Irans hatten informierte Kreise aber bereits vor dem Treffen als unwahrscheinlich bezeichnet.

Die Kooperationsorganisation dient der strategischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Zentralasien und richtet sich unter anderem gegen Terrorismus und Separatismus. Das Bündnis wird als Versuch Chinas und Russlands gewertet, ein Gegengewicht zum Einfluss Washingtons in Zentralasien seit dem Einmarsch der US- Truppen in Afghanistan zu setzen. (tso/dpa)

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