Atomstreit : Neues Inspektorenteam in Iran

In Iran ist eine Gruppe von Kontrolleuren der IAEA eingetroffen, die unter anderem die Atomanlagen in Isfahan und Natans inspizieren soll.

TeheranEin Expertenteam der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ist in Teheran eingetroffen, um die bisher unbeantworteten Fragen zum iranischen Atomprogramms zu klären. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Isna werden die Inspekteure mit dem stellvertretenden Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammed Saidi, zusammentreffen. Unter anderem möchten die Experten die Uran-Umwandlungsanlage bei Isfahan und die Urananreicherung bei Natans inspizieren.

Der iranische Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani und IAEA-Chef Mohammed el Baradei hatten im Juni die Aufklärung aller noch ausstehenden Fragen im Zusammenhang mit dem fast 20 Jahre geheimen Atomprogramm Teherans vereinbart. Am 20. August treffen sich Laridschanis Stellvertreter Dschawad Waidi und El Baradei erneut in Wien.

Teheran hatte die verbesserte Kooperation mit der Wiener Atombehörde nach der Verabschiedung der zweiten Iran-Resolution des UN-Sicherheitsrats eingeleitet. Darin wurden neue Sanktionen gegen  Iran verkündet, falls das Land weiterhin an Teilen seines umstrittenen Atomprogramms festhält. Dazu gehört die Urananreicherung sowie der Bau eines Schwerwasser-Reaktors bei Arak.

Laridschani hatte am vergangenen Wochenende angedeutet, dass Teheran weiter auf seinem Recht auf Urananreicherung besteht, eine Aussetzung des Programms aber nicht ganz ausgeschlossen. Angereichertes Uran kann sowohl zum Betrieb von Kernkraftwerken als auch zum Bau von Atombomben verwendet werden. (mit dpa)

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