Atomstreit : USA halten Antwort Irans für unbefriedigend

Das US-Außenministerium hält die iranische Antwort auf das internationale Angebotspaket im Atomstreit für unzureichend. Die Antwort erfülle die UN-Bedingungen zur Vermeidung von Sanktionen nicht.

Washington - Der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy sagte in Paris, sein Land sei bereit zu Verhandlungen, aber nur zu den bekannten Vorbedingungen. Auch die anderen Vetomächte im UN-Sicherheitsrat sowie Deutschland reagierten abwartend auf das iranische Angebot zu Verhandlungen. Teheran will laut Medienberichten in den kommenden Tage einen "Durchbruch" bei der Urananreicherung verkünden.

"Die Antwort erfüllt die Bedingungen des UN-Sicherheitsrates nicht, der eine völlige und kontrollierbare Aussetzung der Urananreicherung verlangt", sagte US-Außenamtssprecher Gonzalo Gallegos. Washington berate weiterhin mit den anderen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats über eine Antwort an Teheran und darüber, welche Schritte nun folgen sollten. Die US-Regierung nehme zur Kenntnis, dass Iran seine Antwort als "ernsthaftes Angebot" ansehe und werde es prüfen. Zuvor hatte eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärt, Teheran müsse sein Atomprogramm beenden. Der iranische Chefunterhändler Ali Laridschani hatte sich am Dienstag zu "ernsthaften Verhandlungen" bereit erklärt, sich aber nicht zur Frage der Urananreicherung geäußert.

Solana: Alle Feinheiten verstehen

Douste-Blazy äußerte sich zunächst nicht direkt zu der iranischen Antwort auf das Angebotspakert der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands. Er sprach ebenso wie der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Jäger, von einem "umfangreichen und komplexen Text". Die Antwort werde in "einigen Tagen kommen". Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana forderte ebenso wie der Sprecher des russischen Außenministeriums, Michail Kamynin, eine "detaillierte Analyse". Es sei wichtig, alle "Feinheiten zu verstehen".

In der Frage möglicher Sanktionen scheint weiterhin keine Einigkeit zu herrschen: Zwar forderte China Iran zu "konstruktivem Verhalten" auf, appellierte aber gleichzeitig an die anderen Parteien, "Geduld zu bewahren und flexibel zu bleiben". Moskau bekräftigte, Russland werde sich weiterhin für eine "politische Lösung auf dem Verhandlungsweg" einsetzen.

Mit dem von der Teheraner Regierung angekündigten "Durchbruch" werde die "Vorherrschaft" des Iran in den verschiedenen Bereichen der atomaren Wissenschaft verdeutlicht und gezeigt, dass das Land eine Atommacht sei, meldete die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Mehr. (tso/AFP)

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