Atomstreit : USA suchen das Gespräch mit Nordkorea

Die US-Regierung hat sich zu einem bilateralen Treffen mit dem Regime in Pjöngjang bereiterklärt, um Nordkoreas atomare Abrüstung voran zu bringen.

Die USA sind zu einem bilateralen Treffen mit Nordkorea bereit, um ein Fortkommen bei den Sechs-Länder-Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm zu erreichen, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley. Wann und wo das Treffen stattfinden wird, ist noch nicht geklärt. Bisher hatte die US-Regierung direkte Verhandlungen mit der Führung Pjöngjangs ausgeschlossen, solange das Land nicht im Atomstreit einlenkt und auf sein Nuklearprogramm verzichtet.

Auch Südkorea wird die Gespräche zwischen den USA und Nordkorea unterstützen, solange diese die atomare Abrüstung Nordkoreas und die Sechs-Länder-Verhandlungen weiterbringt, teilte der Sprecher des Außenministeriums in Seoul, Moon Tae Young, mit. Nordkorea hatte die Sechs-Parteien-Gespräche zur Beendigung seines Atomprogramms im April verlassen, nachdem der Weltsicherheitsrat das Land wegen seiner Atom- und Raketentests verurteilt hatte. An den Gesprächen nahmen neben Nordkorea und den USA auch Südkorea, Japan, Russland und China teil.

Im vergangenen Monat hatten nordkoreanische Diplomaten bei einem Treffen mit dem Gouverneur des US-Bundesstaates New Mexiko, Bill Richardson, bereits ihre Bereitschaft zu direkten Gesprächen mitgeteilt. Noch am Dienstag hatte die US-Regierung den Druck auf Nordkorea verschärft. Alle in Amerika befindlichen Vermögenswerte der nordkoreanischen Atomenergiebehörde und der Handelsfirma Korea Tangun wurden eingefroren. Beide Einrichtungen stehen unter dem Verdacht, Nordkorea bei der Entwicklung von Nuklearwaffen und Raketen zu unterstützen.

Die nordkoreanische Führung hatte im Dezember alle Gespräche über sein Nuklearprogramm abgebrochen und stattdessen mit Raketen- und Atomtests international für Aufsehen gesorgt. Erst am Freitag hatte Nordkorea ungeachtet der Sanktionsdrohungen der UN erfolgreiche Versuche der Urananreicherung gemeldet. Das Land verfügt nach eigenen Angaben über waffenfähiges Plutonium.


 

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters

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