Atomstreit : USA wollen Nordkorea von Terror-Liste nehmen

Um die festgefahrenen Verhandlungen im Atomstreit mit Nordkorea aufzulockern, wollen die USA den Staat von der Liste der Terrorunterstützer nehmen. Für diese Geste werde Nordkorea mit der Stilllegung seiner Atomanlagen fortfahren.

WashingtonDie USA wollen nach Fernsehberichten Nordkorea von der schwarzen Liste der Terrorunterstützer nehmen. Eine entsprechende offizielle Mitteilung sei noch am Samstag zu erwarten, meldete der Sender CNN. Danach will die US-Regierung mit diesem Schritt die festgefahrenen Verhandlungen über das nordkoreanische Nuklearwaffenprogramm wieder in Gang bringen.

Der Atomstreit mit Nordkorea hatte sich Mitte der Woche verschärft. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA teilte mit, dass die Führung in Pjöngjang nunmehr Inspekteuren den Zugang zu den Anlagen im Atomzentrum Yongbyon verweigere. Außerdem habe Nordkorea der IAEA angedeutet, dass eine Wiederinbetriebnahme seiner Atomanlagen vorbereitet werde.

Bedingungen haben sich geändert

Am Freitag hatte es dann jedoch erste Berichte über einen möglichen Kompromiss zwischen Nordkorea und den USA gegeben. Demnach könnten sich die USA nunmehr mit einem Stufenplan zur Überprüfung der nordkoreanischen Atomanlagen zufrieden geben. Bisher hat Washington die Streichung von der Liste der Terror-Unterstützer von einer umfassenden sicheren Nachprüfung der atomaren Abrüstung abhängig gemacht. 

Im Gegenzug zu der amerikanischen Geste sei Nordkorea bereit, die unterbrochenen Arbeiten zur Stilllegung seiner Atomanlagen fortzusetzen, hieß es in den Berichten aus südkoreanischen Quellen weiter. Nordkorea hatte wesentliche Teile der Anlagen im Rahmen eines 2007 zwischen Nord- und Südkorea, den USA, China, Russland und Japan geschlossenen Abkommens unbrauchbar gemacht.

Den Berichten zufolge wurde die Kompromisslösung während des jüngsten Besuchs von US-Atomunterhändler Christopher Hill in Pjöngjang erzielt, aber bisher geheim gehalten, weil erst die offizielle Zustimmung von US-Präsident George W. Bush abgewartet werden sollte. (kk/dpa)

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