Atomstreit : USA wollen Nordkoreas Angaben gründlich prüfen

Die Vereinigten Staaten sehen weiterhin Klärungsbedarf beim nordkoreanischen Atomprogramm. Washington vermutet eine Weiterverbreitung von Nuklearmaterial durch das gesamte Land. Eine gründliche Überprüfung soll Sicherheit schaffen.

Rice Yu Foto: dpa
Condoleezza Rice und Yu Myung Hwan. Die US-Außenministerin und ihr südkoreanischer Kollege trafen sich zu Gesprächen in Seoul. -Foto: dpa

SeoulDas Entgegenkommen Nordkoreas in Bezug auf sein Atomprogramm geht den Vereinigten Staaten von Amerika nicht weit genug. Die US-Regierung sieht weiterhin Klärungsbedarf, vor allem im Bereich der Urananreicherung und die von Washington vermutete Weiterverbreitung von Nuklearmaterial durch das kommunistische Land, sagte die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice nach Gesprächen mit ihrem südkoreanischen Kollegen Yu Myung Hwan in Seoul. Sie war zu Beratungen über das weitere Vorgehen im Atomstreit am Samstag in Südkorea eingetroffen. Uran in hochangereicherter Form kann zum Bau von Nuklearwaffen dienen.

Rice forderte das Regime in Pjöngjang auf, seine Verpflichtungen gemäß den internationalen Vereinbarungen zur Beendigung seines Atomprogramms vollständig zu erfüllen. "Am Ende muss die Beseitigung aller Programme, Waffen und Materialien stehen." Rice und Yu bekräftigten, dass eine gründliche Überprüfung der Angaben Nordkoreas zu seinen Nuklearaktivitäten für die nächste Phase der atomaren Abrüstung wichtig sei.

Die nordkoreanische Regierung setzt Zeichen

Nordkorea hatte am Donnerstag eine detaillierte Liste zu seinem Atomprogramm an China übergeben. Die USA wollen im Gegenzug Nordkorea von ihrer Liste der Terrorismus-Unterstützer streichen und Handelssanktionen aufheben. Dieses wurde von der nordkoreanischen Regierung begrüßt, die gleichzeitig erklärte, die Deklarierung seines Atomprogramms sei "korrekt und komplett". Die Maßnahmen sind Teil der Vereinbarungen bei den Sechser-Atomgesprächen, an denen China, die USA, Nord- und Südkorea, Russland und Japan beteiligt sind.

Am Freitag ließ Pjöngjang zudem in einem symbolischen Akt den Kühlturm an seinem 2007 abgeschalteten Kernreaktor in Yongbyon sprengen. Das Kernkraftwerk konnte Plutonium zur Herstellung von Nuklearwaffen liefern. Damit wollte die Regierung ein Zeichen setzen, dass sie die Vereinbarungen zum Abbau ihres Atomprogramms einhält.

Eine gründliche Überprüfung der Angaben Nordkoreas zu seinen Nuklearaktivitäten werde auch Thema bei den nächsten Sechser-Gesprächen sein, sagte Rice. Jedes Teilnehmerland müsse an der Überprüfung beteiligt werden. Nach Angaben eines Sprechers des US-Außenministeriums wird in Kürze ein Termin für die nächste Sechser- Runde bekanntgegeben. Rice war vom Treffen der Außenminister der sieben größten Industriestaaten und Russlands (G8) in Japan nach Seoul gekommen und besucht an diesem Sonntag China. (jg/dpa)

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