Atomtests : Säbelrasseln in Korea

Die südkoreanische Regierung behält sich Gegenmaßnahmen vor, sollte die Nordkorea Atomtests vornehmen. Der Außenminister warnt vor einer sehr ernsten Krise.

Seoul - Die südkoreanische Regierung prüfe eine "geeignete Maßnahme" für einen solchen Fall, sagte Außenminister Ban Ki Moon am Freitag, ohne die Art der möglichen Reaktion zu präzisieren. Sollte Nordkorea einen Atomtest machen, hätte das "sehr viel schwerwiegendere Folgen" als die umstrittenen Raketentests von Anfang Juli. "Das würde eine sehr ernste Krise heraufbeschwören, die das Fundament der Nichtverbreitung von Kernwaffen erschüttern würde", fügte Ban hinzu.

Der US-Fernsehsender ABC hatte vergangene Woche über Vorbereitungen für einen unterirdischen Atomtest berichtet. Die kommunistische Führung Nordkoreas hatte am 5. Juli durch Raketentests weltweit Empörung ausgelöst. Erstmals seit acht Jahren feuerte Pjöngjang mehrere Raketen ab, die allerdings nach Angaben der US-Armee Hunderte von Kilometern vor der japanischen Küste ins Meer stürzten.

Am Dienstag hatte Pjöngjang aus Protest gegen ein gemeinsames Militärmanöver der USA und Südkoreas mit Präventivmaßnahmen zu seiner Verteidigung gedroht. Ein Sprecher der nordkoreanischen Volksarmee erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA, das Manöver in Südkorea sei eine "unverhohlene militärische Bedrohung und Erpressung". Die Volksarmee behalte sich "angesichts der feindseligen Politik der USA gegenüber der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea" daher das Recht zu einer "präventiven Aktion" gegen den Feind vor. (tso/AFP)

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