Atomverhandlungen mit Iran : Obama ruft Iran zum Ergreifen "historischer Chance" auf

US-Präsident Barack Obama hat in einer Videobotschaft dem iranischen Volk zum persischen Neujahrsfest gratuliert. Gleichzeitig appellierte er an die Regierung in Teheran, gemeinsam eine Lösung im Atomstreit zu finden.

US-Präsident Barack Obama
US-Präsident Barack ObamaFoto: AFP/Brendan Smialowski

Im Atomstreit mit dem Iran hat US-Präsident Barack Obama in einer Videobotschaft die Führung in Teheran und das iranische Volk dazu aufgerufen, die "historische Gelegenheit" zu einer Versöhnung zu ergreifen. Die derzeit laufenden Atomverhandlungen seien seit Jahrzehnten die beste Möglichkeit, um eine bessere "Zukunft beider Länder" zu erreichen, sagte Obama am Donnerstag in der Videoansprache anlässlich des persischen Neujahrsfests Nowruz. Seine Äußerungen waren mit Untertiteln in Farsi versehen.

Ihm sei klar, dass es in der Debatte um das iranische Atomprogramm sowohl im Iran als auch in den USA und in anderen Ländern Menschen gebe, "die eine diplomatische Lösung ablehnen", sagte Obama. Die USA und der Iran müssten daher "gemeinsam" für die Zukunft eintreten, die sich beide Länder wünschten. Dazu seien die kommenden Tage und Wochen entscheidend. Die Verhandlungen hätten "Fortschritte" gemacht, noch gebe es aber Diskrepanzen, sagte Obama.

Die USA und der Iran verhandeln derzeit bilateral in der Schweiz in dem seit zwölf Jahren schwelenden Streit. Die internationale Gemeinschaft möchte sicher sein, dass der Iran keine Atombombe bauen kann. Der Iran, der eine solche Absicht stets bestritten hat, strebt die Aufhebung der vom Westen gegen das Land verhängten Wirtschaftssanktionen an. Bis Ende März soll ein Rahmenabkommen stehen. Bis zum Sommer soll es eine umfassende Einigung geben.

Zu den schärfsten Gegner einer diplomatischen Lösung des Atomstreits zählt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. In den USA hatten zuletzt republikanische Senatoren mit einem Offenen Brief an den Iran Front gegen ein Abkommen gemacht. (AFP, dpa)

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