Atomwaffenprogramm : Atominspekteure zurück in Nordkorea

Erstmals seit mehr als vier Jahren sind wieder internationale Atominspekteure in Nordkorea, um über die zugesagte Schließung der umstrittenen Nuklearanlagen zu sprechen.

Pjöngjang/SeoulErstmals seit mehr als vier Jahren sind wieder internationale Atominspekteure in Nordkorea, um über die zugesagte Schließung der umstrittenen Nuklearanlagen zu sprechen. Angesichts der Fortschritte im Tauziehen um das Atomwaffenprogramm kündigte die südkoreanische Regierung in Seoul an, mit der versprochenen Lieferung von 400.000 Tonnen dringend benötigtem Reis an Nordkorea zu beginnen. Die erste Ladung mit 3000 Tonnen werde am Samstag verschifft. Südkorea hatte im April Reishilfe im Wert von mehr als 150 Millionen Dollar versprochen, die Lieferung jedoch an die Erfüllung der nordkoreanischen Abrüstungszusagen geknüpft.

Bei der Ankunft in Pjöngjang zeigte sich der Vizedirektor der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) und Delegationsleiter Olli Heinonen optimistisch. Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua aus Nordkorea berichtete, planen die Atominspekteure, direkt den Reaktor in Yongbyon zu besichtigen, der nach der Vereinbarung vom Februar im Rahmen der Sechser-Gespräche in den nächsten Wochen geschlossen werden soll. "Wir werden über die Vorkehrungen für die Bestätigung der Schließung und Versiegelung der Yongbyon-Einrichtung sprechen", sagte Heinonen.

Nordkorea hatte die Inspekteure Ende 2002 ausgewiesen, sich kurz darauf vom Atomsperrvertrag zurückgezogen und die Atomanlage wieder in Betrieb genommen. Im Gegenzug für die jetzige Schließung winken dem verarmten Staat Wirtschafts- und Energiehilfen sowie bessere Beziehungen zu den USA. (mit dpa)

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