Politik : Attentäter in Afghanistan verletzt deutsche Polizisten

Ingrid Müller

Berlin - Es war wieder ein weißer Toyota Corolla. Gegen kurz nach elf Uhr raste der Wagen am Sonntagmorgen nahe der nordafghanischen Stadt Kundus auf ein gepanzertes Fahrzeug zu, in dem drei deutsche Polizeiausbilder und ihr afghanischer Dolmetscher saßen. Als er fast heran war, gab es eine „riesige Detonation“, berichtete der Sprecher der Europäischen Polizeimission (Eupol), Andrea Angeli, am Telefon. „Der Toyota war wohl voller Sprengstoff.“ Die Polizisten hatten dabei noch Glück. Sie erlitten leichte Verletzungen an den Armen, sagte Angeli. Ihr Fahrzeug wurde beschädigt. Das Bundesinnenministerium bestätigte den Anschlag, sprach aber von nur zwei verletzten Polizisten. Sie wurden im deutschen Wiederaufbauteam Kundus medizinisch versorgt. Am Abend sollte entschieden werden, ob sie für einige Zeit nach Hause fahren.

Der Dolmetscher und ein Polizist gehören zur Eupol-Mission, die anderen zur bilateralen deutschen Mission. Sie waren 15 Kilometer von Kundus entfernt auf dem Rückweg von einer Besprechung mit afghanischen Offiziellen. Deutsche Soldaten waren nach Angaben aus Masar-i-Scharif nicht betroffen. Agenturen zitierten afghanische Funktionäre, die von drei verletzten Mädchen berichteten.

Derzeit arbeiten 60 deutsche Polizisten in Afghanistan, je zur Hälfte bei der deutschen Mission und Eupol. Berlin hat für Eupol 120 Polizisten angeboten. Es war 2008 der erste Angriff auf Polizisten, so Angeli. Am Montag waren bei einem Anschlag bei Kundus drei deutsche Soldaten leicht verletzt worden. Ingrid Müller

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