Attentat : Anschlag auf Ölraffinerie in Saudi-Arabien vereitelt

Terroristen haben am Freitag versucht, einen Selbstmordanschlag auf die Erdölraffinerie Abkaik im Osten von Saudi-Arabien zu verüben. Den Quellen zufolge wurden zwei Wachleute schwer verletzt.

Riad/Kairo - Wie der arabische Fernsehsender «Al Arabija» unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, fuhren die Attentäter mit drei Autos auf die Raffinerie zu, eine der größten Rohöl-Verarbeitungsanlagen der Welt. Saudische Sicherheitskräfte an einem der äußeren Eingänge eröffneten das Feuer auf die Angreifer, worauf sich diese in zwei der drei Autos selbst in die Luft sprengten.

Bei dem Anschlagversuch kamen alle Terroristen ums Leben. Auch drei Sicherheitsmänner starben. Das Ausmaß an Beschädigungen war zunächst nicht klar. Erste Berichte sprachen von einem zerstörten Labor beziehungsweise einer gesprengten Ölleitung. Die Explosionen ereigneten sich in etwa anderthalb Kilometer Entfernung vom Haupteingang zu den eigentlichen Raffinerieanlagen.

Der saudische Erdölminister Ali Ibrahim al-Naimi bestätigte den Anschlagversuch. In einem Labor, das zur Raffinerie gehört, sei ein kleiner Brand ausgebrochen, der rasch unter Kontrolle gebracht werden konnte. Das Funktionieren des Labors sei nicht beeinträchtigt worden. Auch auf die Erdöl- und Erdgasproduktion und -verarbeitung habe sich das Attentat nicht ausgewirkt. Der angegriffene Eingang der Raffinerie liegt etwa anderthalb Kilometer von den eigentlichen Verarbeitungsanlagen entfernt.

Dennoch stieg der Preis für Rohöl zur Auslieferung im April am New Yorker Warenterminmarkt Nymex um 2,68 Prozent auf 62,16 Dollar je Barrel. Saudi-Arabien ist der weltgrößte Ölproduzent. Abkaik ist nach Darstellung von Ölfachleuten die wichtigste Sammelstelle für saudi- arabisches Öl. Dort wird es für den Export bearbeitet.

Etliche Details des Anschlagversuch blieben zunächst unklar. Medienberichte sprachen von einem dritten Attentäterwagen, aus dem heraus die Sprengladungen in den beiden anderen Autos per Fernzündung zur Detonation gebracht worden sein sollen. Auch dass drei Sicherheitsmänner bei dem Anschlag ums Leben gekommen seien, wurde im Riader Innenministerium nicht bestätigt. Zur Zahl der getöteten Terroristen gab es ebenfalls keine offiziellen Angaben.

Die Identität der Attentäter blieb zunächst unklar. Das Terrornetzwerk El Kaida, das der Saudi-Araber Osama bin Laden anführt, hatte in der Vergangenheit mehrfach angekündigt, die Erdölanlagen des größten Öl-Exporteurs Saudi-Arabien angreifen zu wollen. (tso/dpa)

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