Politik : Auch aus Somalia sind die Soldaten am Ende als Verlierer abgezogen (Kommentar)

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Die UN-Mitarbeiter packen ihre Sachen. Sie waren nach Ost-Timor gegangen, um einen sicheren Ablauf des Unabhängigkeits-Referendums zu gewährleisten. Jetzt fliehen sie selbst vor der Gewalt. Erneut zeigt sich, wie machtlos die Weltorganisation ist, wenn sie ohne Waffen Frieden stiften will. Ob sie es mit Waffen besser könnte? Wohl kaum. In Ost-Timor herrschen anarchische Zustände, die vergleichbar sind mit der Situation in Somalia. Auch aus Somalia sind die Soldaten am Ende als Verlierer abgezogen, mit Zinksärgen im Gepäck, und sie haben keineswegs ein befriedetes Land zurück gelassen. Wie sich die Interventionstruppen in Somalia zwischen verschiedenen Clans verheddert haben, so würden sie sich in Ost-Timor zwischen Militär, Milizen, der Zivilbevölkerung und der indonesischen Zentralgewalt aufreiben. Einfache Siege wären auch in Ost-Timor nicht zu erwarten, und das ist einer der Gründe, warum die Bundesregierung zwar auf eine Friedenstruppe hinarbeitet, zugleich aber ankündigt, sich auf keinen Fall an einer solchen Mission beteiligen zu wollen. Vor allem aber ist Ost-Timor weit weg, weiter als der Kosovo, und effizienter als UN-Soldaten könnten allemal Habibies eigene Leute Frieden in Ost-Timor schaffen. Um den indonesischen Präsidenten dazu zu drängen, braucht es weniger militärische Mittel als vielmehr politische und ökonomische.

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