Politik : Auch Deutsche unter Opfern in Ägypten

-

Dahab/Berlin - Nach der blutigen Anschlagserie im ägyptischen Badeort Dahab hat die Polizei am Dienstag zehn Verdächtige festgenommen. Bei dem dritten Blutbad auf dem Sinai innerhalb von eineinhalb Jahren kamen mindestens 23 Menschen ums Leben, darunter auch ein zehnjähriger Junge aus Baden- Württemberg.

Die Mutter des Kindes und ihr Lebensgefährte wurden verletzt in das Internationale Krankenhaus von Scharm al Scheich gebracht. Bei den anderen Todesopfern handelt es sich um Ägypter sowie um jeweils einen Urlauber aus Russland und der Schweiz. Bis Dienstagabend konnten allerdings noch nicht alle Opfer identifiziert werden. Dem ägyptischen Innenministerium zufolge wurden 59 Menschen verletzt.

Die zehn festgenommenen Ägypter hatten nach den Anschlägen versucht, Dahab zu verlassen. Offen ist, ob Selbstmordattentäter an den Anschlägen beteiligt waren. Augenzeugen sagten, die Sprengsätze seien in Säcken deponiert und per Zeitzünder gezündet worden. Am Montagabend waren vor einem Souvenirgeschäft und auf der Uferpromenade in dem Ferienort kurz hintereinander drei Sprengsätze explodiert.

Das Blutbad wurde weltweit verurteilt. Kanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Anschläge als „menschenverachtendes Verbrechen“. Generalbundesanwalt Kay Nehm leitete ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ein. Den Tätern wird „Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung“ vorgeworfen. dpa/ddp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben