Auch Finanzexperte Gordhan gefeuert : Südafrikas Präsident Zuma entlässt neun Minister

Jacob Zuma steht wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck. Die Kabinettsumbildung ist ein neuer Höhepunkt in der dramatischen Krise des Landes.

Nach der Entscheidung Jacob Zumas verlor die Währung Rand an Wert.
Nach der Entscheidung Jacob Zumas verlor die Währung Rand an Wert.Foto: Reuters

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat Medienberichten zufolge neun Minister aus seinem Kabinett entlassen - darunter den beliebten Finanzminister Pravin Gordhan. Damit sollten Effizienz und Effektivität verbessert werden, hieß es aus einer Mitteilung des Präsidenten, die der Fernsehsender eNCA am Donnerstag im Internet veröffentlichte. Auch mehrere stellvertretende Minister mussten demnach gehen.

Gordhan soll durch den bisherigen Innenminister Malusi Gigaba ersetzt werden. Gerüchte über eine bevorstehende Entlassung Gordhans hatten sich in Südafrika verbreitet, seit Zuma den international angesehenen Minister am Montag von einem Handelsbesuch in London zurückgerufen hatte. Gordhan galt bei vielen Investoren als Garant der Stabilität für die Wirtschaft des Landes. Die südafrikanische Währung Rand verlor nach Bekanntwerden seiner Entlassung am Donnerstag an Wert. Es hatte seit längerer Zeit Spannungen zwischen Zuma und Gordhan gegeben. Zuma steht seit langem wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck, während Gordhan als Anti-Korruptionskämpfer gesehen wird.

Der Minister bekam am Mittwoch Beifall beim Begräbnis in Johannesburg des Anti-Apartheid-Kämpfers und engen Weggefährten von Nelson Mandela, Ahmed Kathrada. Er bleibe Kathradas Werten und Prinzipien treu, sagte demnach der Chef von Kathradas Stiftung, Neshaan Balton, in einer Rede über Gordhan. Zuma nahm auf Wunsch der Familie nicht an der Beerdigung teil. Kathrada hatte ihm im vergangenen Jahr Korruption vorgeworfen und ihn öffentlich zum Rücktritt aufgefordert. Zuma war Ende vergangenen Jahres im Vorstand der Regierungspartei, der einst vom Anti-Apartheid-Kämpfer Mandela geleiteten ANC, offenkundig knapp einem Misstrauensvotum entgangen.

„Wir können nicht einfach zusehen und das geschehen lassen. Es wird Zeit, dass alle Südafrikaner zusammenstehen, um unsere Demokratie zu beschützen“, twitterte Südafrikas größte Oppositionspartei, die Demokratische Allianz (DA), als Reaktion auf die Kabinettsumbildung. (dpa)

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