Politik : Auch Koch für Schäuble als Nachfolger von Rau

FDP-Chef wirbt vergeblich für Direktwahl des Bundespräsidenten

Robert Birnbaum

Berlin. In der Union loben zahlreiche Spitzenpolitiker Wolfgang Schäuble als geeigneten Kandidaten für das Bundespräsidentenamt. Nach positiven Aussagen von CDU-Chefin Angela Merkel, CSU-Chef Edmund Stoiber und Niedersachsens Regierungschef Christian Wulff sagte auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch am Sonntag im ZDF, er glaube, dass die Disskussion in der Union im Augenblick auf Schäuble zu laufe.

Allerdings wird in Unions- wie in FDP-Kreisen davor gewarnt, die Präsidentenfrage damit für vorentschieden zu halten. Auf beiden Seiten gibt es Bedenken, die weniger der Person und Eignung Schäubles für das höchste Staatsamt gelten als der Frage, ob eine Mehrheit für den früheren Partei- und Fraktionschef auch gesichert wäre. Denn selbst Unionspolitiker, die Schäuble verbunden sind, sehen die Gefahr einer Niederlage durch Abweichler in den eigenen Reihen bei der Bundesversammlung im Mai. In der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ wurde der Siemens-Chef Heinrich von Pierer als eine mögliche Alternative ins Spiel gebracht.

Die CSU-Vorsitzende Merkel traf sich am Sonntag mit FDP-Chef Guido Westerwelle zu einem Gespräch – nicht dem ersten, auch nicht dem letzten – über einen gemeinsamen Bewerber. Westerwelle wollte dabei zunächst noch einmal für eine Direktwahl des Präsidenten werben. Es gibt aber niemand, der das unterstützt.

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