Politik : Auch Müntefering strikt gegen Rot-Rot-Grün

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Berlin Die guten Umfragewerte für das neue Linksbündnis sorgen für Spekulationen über eine große Koalition nach der Bundestagswahl im September. Einzelne Vertreter des linken SPD-Flügels hatten sich offener für eine Zusammenarbeit gezeigt und damit bei CSU-Chef Edmund Stoiber die Vermutung genährt, die SPD strebte doch eine rot-rot-grüne Koalition an. Stoiber sagte am Sonntag in der ARD: „„Wenn Rot-Rot und Grün eine Mehrheit haben, dann wird hier eine Koalition gebildet.“ Dies habe schon der Pakt der SPD mit der PDS auf Landesebene gezeigt.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Kurt Beck sagte dagegen, der frühere Parteichef und jetzige Spitzenkandidat des Linksbündnisses, Oskar Lafontaine, könne „den Konservativen in den Sattel helfen, vielleicht sogar auch Zustände erzeugen, dass es nur noch eine große Koalition in Deutschland geben kann“. Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering schloss eine Koalition mit dem Linksbündnis aus. „Wir wollen auf der Bundesebene auf gar keinen Fall mit der PDS koalieren. Auch nicht mit der PDS und ihren Hospitanten aus dem Westen“, sagte er am Sonntag in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. „Das ist definitiv.“ Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Direktkandidat in Thüringen, Carsten Schneider, sagt: „Das ist eine Phantomdebatte. Es gibt in der SPD absolut keine Mehrheit für eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei im Bund.“

Außenminister Joschka Fischer (Grüne) warnte: „Eine große Koalition wäre der institutionalisierte Stillstand wie in den letzten Jahren von Helmut Kohl.“ Eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei mit den Spitzenkandidaten Gregor Gysi und Lafontaine müsse verhindert werden, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Diese Partei darf alles, nur nicht regieren.“ Der Grünen-Politiker Fritz Kuhn sagte: „Ich kenne niemanden bei uns, der darüber auch nur nachdenkt.“ dpa/Tsp

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