Politik : Auch Schweiz friert Geld aus Simbabwe ein Mugabe unbeeindruckt von US-Forderungen

Harare - Simbabwes Regierung gibt sich weiter unbeeindruckt von internationaler Kritik und Sanktionen: Die Forderung der US-Regierung nach Rücktritt des autokratisch regierenden Präsidenten Robert Mugabe tat ein Regierungssprecher als belanglos ab. Die Afrikabeauftragte der US-Regierung, Jendayi Frazer, hatte am Montag das Konzept einer Machtaufteilung zwischen Mugabes Zanu-Partei und der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) für gescheitert erklärt, falls der 84-Jährige Präsident bleibe. US-Außenministerin Condoleezza Rice kündigte an, mit den Verbündeten der USA in Afrika und mit Großbritannien über härtere UN-Sanktionen zu beraten. Möglich sei etwa, simbabwische Auslandsguthaben einzufrieren.

Das hat die Schweiz am Dienstag getan. Elf Mitglieder des Machtzirkels um Mugabe dürfen ihre Vermögenswerte in der Schweiz nicht mehr nutzen und nicht mehr einreisen. Zurzeit sind zwei Konten mit rund 547 000 Dollar (356 000 Euro) gesperrt. Viele der Betroffenen werden für die Gewaltkampagne vor und nach den Präsidentschaftswahlen 2008 in Simbabwe verantwortlich gemacht. Die Schweiz schloss sich damit EU-Maßnahmen an.

Simbabwe befindet sich in der tiefsten politischen und wirtschaftlichen Krise seiner Geschichte. Nahrungsmangel und Massenarmut werden noch erschwert durch eine Choleraepidemie mit mehr als 1100 Toten und rund 24 000 Erkrankten. Das Gesundheits- und Sanitärsystem ist völlig zusammengebrochen.

Südafrika hat dem Nachbarn Simbabwe nach einem Bericht der staatlich kontrollierten Zeitung „The Herald“ angeblich eine Millionenhilfe gewährt. Südafrika erklärte dagegen, man gebe das Geld erst, wenn eine Koalitionsregierung gebildet sei. Südafrika, auf das die Cholera längst übergegriffen hat – drei Fälle werden jetzt aus der Wirtschaftsmetropole Johannesburg gemeldet – hat massive Kritik an Mugabe stets vermieden. dpa/AFP

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