Politik : Auch Stoiber ist für Kombilöhne

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Berlin - Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) kann für seine Initiative zur Beschäftigung älterer Arbeitsloser auf den Rückhalt der Koalition setzen. CSU-Chef Edmund Stoiber sagte am Montag, die Vorschläge gingen „mit Sicherheit in die richtige Richtung“. Auch die Arbeitsmarktexperten Ralf Brauksiepe (CDU) und Klaus Brandner (SPD) begrüßten Münteferings Pläne.

Müntefering will mit staatlich finanzierten Kombilöhnen die Wirtschaft dazu bringen, rund 100 000 ältere Arbeitslose einzustellen. Dem Kabinett legt er am Mittwoch das Programm „50 plus“ vor, das sowohl Unterstützung für Ältere vorsieht, die gerade ihren Job verloren haben, als auch für Langzeitarbeitslose, die seit Jahren nach einer Stelle suchen. Wer seit kurzem arbeitslos ist und Arbeitslosengeld I bezieht, soll durch Lohnzuschüsse motiviert werden, auch eine schlechter bezahlte Arbeit als die vorherige anzunehmen. Im ersten Jahr soll der Staat nach Angaben von Müntefering die Hälfte der Differenz zum letzten Nettoeinkommen zahlen. Arbeitgeber, die ältere Langzeitarbeitslose für mindestens ein Jahr beschäftigen, sollen Lohnkostenzuschüsse im Umfang von 20 bis 40 Prozent des Lohnes erhalten.

Arbeitsmarktforscher Werner Eichhorst vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) sieht keine Notwendigkeit, mehr Geld für die Integration von älteren Arbeitslosen zur Verfügung zu stellen. „Wir brauchen keine neuen Programme für Ältere, weil ihre Wirksamkeit begrenzt ist“, sagte Eichhorst dem Tagesspiegel. Die Idee, über 50-jährigen Empfängern von Arbeitslosengeld I die Lohndifferenz zum letzten Nettolohn teilweise zu erstatten, hält er grundsätzlich für vernünftig: „Viele Ältere haben hohe Ansprüche an ihre Löhne. Für sie kann der Zuschuss ein Anreiz sein, eine geringer bezahlte Tätigkeit aufzunehmen.“ ce/ddp

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