Politik : Auf dem Weg ins Rathaus

Angelika Volquartz will Oberbürgermeisterin in Kiel werden

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Friedfertigkeit und Ehrlichkeit nannte Angelika Volquartz, als ihr kürzlich einer der in vielen Gazetten so beliebten Fragebögen vorgelegt und sie dort aufgefordert wurde, ihren „Hauptcharakterzug“ zu beschreiben. Und auf die Frage, welche historische Gestalt für sie die größte Heldin oder der größte Held sei, antwortete die 56jährige frühere Realschulleiterin: „Der Frieden stiftet.“ Bei der Kieler Kommunalwahl hat sich am Sonntag gezeigt, dass so viel Friedfertigkeit kein Hindernis auf dem Weg zu einer politischen Karriere sein muss. Die CDU-Politikerin Volquartz hat beste Aussichten, in vierzehn Tagen als Nachfolgerin des Sozialdemokraten Norbert Gansel zu Kiels Oberbürgermeisterin gewählt zu werden. Im ersten Wahlgang haben ihr am Sonntag nur wenige Stimmen zur notwendigen absoluten Mehrheit gefehlt. Jetzt folgt die Stichwahl gegen den Sozialdemokraten Jürgen Fenske.

Die Mutter einer erwachsenen Tochter und inzwischen zweifache Großmutter war auch früher schon häufiger im Gespräch, wenn die schleswig-holsteinische CDU Ausschau nach einer geeigneten Kandidatin für höhere politische Weihen suchte. Doch seit der Union im hohen Norden nach der Barschel-Affäre in den 80er Jahren die Macht verloren gegangen war, hatte die Partei nicht mehr viel zu verteilen. Von 1992 bis 1998 vertrat Volquartz Kiel im schleswig-holsteinischen Landtag. 1998 wurde die im niedersächsischen Uelzen geborene Politikerin in den Bundestag und in den Bundesvorstand der CDU gewählt. Seither hat sie viel Zeit in der Bundeshauptstadt verbracht.

Bei den eigenen Parteifreunden in Kiel war sie zunächst nicht die erste Wahl. Einen zugkräftigen Auswärtigen wollte die CDU in der Landeshauptstadt. Doch fand sich keiner. Volquartz hat sich ihren Auftritt dadurch nicht verdrießen lassen. Auf ihr eher mageres Programm angesprochen, das sich von dem ihres SPD-Konkurrenten nicht sehr unterscheidet, versichert sie selbstbewusst, die Wahl eines Verwaltungschefs, wie es der Kieler OB nun einmal sei, sei keine Sache des Programms, sondern der Persönlichkeit. Wobei sie insbesondere die weibliche Integrationskraft und in diesem Zusammenhang die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) rühmt. pl

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