Auf der Flucht : Georgischer Ex-Verteidigungsminister in Berlin verhaftet

Nach einem Konflikt mit Staatspräsident Saakaschwili ist Ex-Minister Irakli Okruaschwili aus Georgien geflohen. Er setzte sich nach Deutschland ab. Nun wurde er in Berlin verhaftet, als er Asyl beantragte.

Berlin Der ehemalige georgische Verteidigungsminister Irakli Okruaschwili ist in Berlin festgenommen worden. Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte eine entsprechende Meldung der "Berliner Zeitung". Georgien hatte um eine Festnahme ersucht. Okruaschwili wurde bereits am Dienstag gefasst.

Jetzt werde die Auslieferung des Ex-Ministers, der ein Gegenspieler des georgischen Staatspräsidenten Michail Saakaschwili ist, auf Grundlage des europäischen Auslieferungsabkommens geprüft, hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Von georgischer Seite müssten in den nächsten Tagen die konkreten Beschuldigungen eingereicht werden. Einer Auslieferung müssten das Berliner Kammergericht und anschließend das Bundesamt für Justiz zustimmen.

Flucht nach Deutschland

Schon am Montag wurde nach Angaben der Deutsch-Kaukasischen Gesellschaft (DKG) ein Mitarbeiter des Ex-Ministers festgenommen, als die Beiden Asyl in Deutschland beantragten. Okruaschwili kam im September in Georgien unter dem Vorwurf der Untreue in Haft, nachdem er Staatspräsident Saakaschwili schwere Verbrechen bis hin zu Auftragsmord vorgeworfen hatte. Später kam er auf Kaution frei und setzte sich nach Deutschland ab.

DKG-Vorsitzender Ekkehard Maaß kritisierte die Festnahme. "In Georgien würde ihn als gefährlichsten Gegenspieler von Saakaschwili kein fairer Prozess erwarten, er müsste um sein Leben fürchten", sagte er. Okruaschwili sei vermutlich "kein Saubermann", aber in diesem Fall werde "Interpol für die machtpolitischen Interessen von Saakaschwili benutzt". Die georgische Botschaft in Berlin wollte den Vorgang nicht kommentieren. Georgien wird seit Wochen von Massendemonstrationen und Unruhen erschüttert. (ae/dpa)

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