Politik : Auf der Überholspur (Kommentar)

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Den Teufel kann man bekämpfen oder sich mit ihm einlassen. Das Auto, zum Beispiel, ist den Grünen jahrzehntelang Teufelswerk gewesen, das es zu beseitigen galt. Funktioniert hat es nicht, was wenig verwundert, weil die Grünen so einflussreich nie waren. Wenn sie nun ihren Frieden mit der Tatsache schließen, dass die Menschen schlicht ihre Autos lieben und sie auf keinen Fall aufgeben werden, dann ist das klug und innovativ zugleich. Klug, weil sie einen aussichtslosen Kampf an einer ihrer zahlreichen Fronten beenden, und weil sie eines ihrer Urthemen - Ökologie und Nachhaltigkeit - wieder besetzen. Innovativ ist das auch. Denn die Grünen können eine Wende in der Verkehrspolitik einleiten, die an dem Grundübel des Autos ansetzt, an der Ressourcenvergeudung bei gleichzeitiger Umweltverschmutzung. Das entbindet sie und zukünftige Verkehrspolitiker jedoch nicht davon, auch andere, ökologisch verträglichere Verkehrsmittel für eine mobile Gesellschaft zu fördern. Können die Grünen jedoch die Altauto-Lobbyisten im Bundeskabinett und in der Opposition überzeugen, wird die planvolle Einführung der Wasserstofftechnik auch zu mehr Arbeitsplätzen führen. Es wird zwar Jahrzehnte dauern, bis ein messbarer Effekt durch die neue Antriebstechnik einsetzt. Aber das darf eine heutige Regierung nicht davon abhalten, die Weichen dafür zu stellen. Jetzt.

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