Politik : Auf eigenes Risiko

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Rund 50 Kriegsgegner aus den USA, Großbritannien und anderen westlichen Ländern sind am Wochenende von London aus in den Irak aufgebrochen. Dort wollen sie sich als „menschliche Schutzschilde“ auf Brücken oder vor Fabriken den Bomben ihrer eigenen Länder entgegenstellen. In einem Konvoi aus DoppeldeckerBussen und schwarzen Taxis fahren sie in den nächsten beiden Wochen die rund 4800 Kilometer quer durch Europa bis nach Bagdad. Sie hoffen, dabei mehr Gleichgesinnte zu gewinnen. „Wenn es 50 oder 100 sind, dann können wir nichts ausrichten“, sagt der Gründer der Gruppe, Ken Nichols O’Keefe (33). „ Aber wir könnten den Krieg beenden, wenn 10 000 oder mehr da wären.“ Der ehemalige US-Marineinfanterist hat 1991 im Golfkrieg gekämpft. O’Keefe ist nicht der einzige ehemalige Militär unter den Pazifisten. Peter van Dyke (38) hat acht Jahre auf den Schiffen der Royal Navy gedient. Er glaube nicht, von dieser Mission lebend zurückzukehren, sagt er. Aber er hoffe, wenigstens die Weltöffentlichkeit wachrütteln zu können: „Wenn die USA und Großbritannien bereit sind, ihre eigenen Zivilisten zu bombardieren, wird das eine sehr ernste und düstere Botschaft aussenden.“ dpa

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