Politik : Auf Fraktionskonto fehlen 100 000 Mark - der Grund für den Selbstmord Hüllens?

Zum Freitod des Finanzchefs der CDU-Bundestagsfraktion Wolfgang Hüllen vor zwei Wochen gibt es einen ersten Hinweis auf die Hintergründe. "Bild am Sonntag" meldete, von einem Fraktionskonto, das Hüllen beobachten sollte, fehlten 100 000 Mark. Ein CDU-Sprecher widersprach unterdessen Darstellungen, wonach die Parteizentrale in Bonn einem anderen ehemaligen Mitarbeiter einen Maulkorb verpasst habe. Für die parlamentarische Untersuchung des Bundestages erhalte der frühere Verwaltungschef Rüdiger May eine Aussagegenehmigung, hieß es.

Das Konto, das Hüllen beobachten sollte, war dem Bericht zufolge von Helmut Kohl als Vorsitzendem der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bis zum Machtwechsel 1982 genutzt worden. Im Dezember 1996 sei es aufgelöst worden. Die mehr als eine Million Mark auf dem Konto seien dem Kohl-Vertrauten Hans Terlinden für die Bundespartei übergeben worden. Allerdings hätten 100 000 Mark gefehlt. Hüllen habe in einem Abschiedsbrief angedeutet, die CDU um Geld geschädigt zu haben, hieß es.

May hatte laut Bericht im Januar schriftlich im Konrad-Adenauer-Haus um Entbindung von der Schweigepflicht gebeten. Der ehemalige Hauptabteilungsleiter ist nach CDU-Angaben seit 1989 nicht mehr im Amt. Nach Informationen der Zeitung habe er sich geweigert, einen seiner Ansicht nach unkorrekten CDU-Rechenschaftsbericht abzuzeichnen.

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