Politik : Auf Nummer billig

Matthias Meisner

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Noch ist für Claudia Roth und Fritz Kuhn die Wiederwahl nicht sicher. Aber die beiden Grünen-Politiker wollen sich nun doch noch einmal dem Votum der Basis stellen. Sie hoffen, dass der Parteitag Anfang Dezember in Hannover ihnen erlaubt, Parteivorsitzende und Bundestagsabgeordnete zugleich zu sein. Bitteschön, wenigstens übergangsweise! Zwei Grüne – bald schon völlig etabliert?

Roth und Kuhn hätten Rederecht im Parlament, so wie es für Gerhard Schröder (als Kanzler), Angela Merkel (als Fraktionschefin), Edmund Stoiber (als Ministerpräsident) und Guido Westerwelle (als einfacher Abgeordneter) selbstverständlich ist. Heute noch Grünen-Chefs, könnten sie morgen Guido vergnüglich auf Augenhöhe begegnen, wo der doch gerade immer so betroffen dreinschaut. Alles Parteichefs übrigens, die ihre Partei nichts kosten. Denn SPD, CDU, CSU und FDP geben für den Job des Vorsitzenden nichts aus – aus der Staatskasse bezahlt werden Kanzler, Ministerpräsident, Fraktionschefin und Abgeordneter. Der Parteivorsitz ist nur noch Ehrenamt.

Für Merkel war das übrigens nicht immer so. Als sie nur einfache Abgeordnete war, bekam sie monatlich 5000 Mark extra für den Posten der CDU-Vorsitzenden. Die Zulage hat man Merkel erst vor ein paar Wochen gestrichen, als sie Fraktionschefin wurde und deshalb eine hübsche Diätenerhöhung bekam. Soll das doch mal einer dieser nostalgischen Grünen-Basis sagen: Je mehr Posten einer hat, umso billiger wird es für die Partei. Womöglich können die Parteichefs Roth und Kuhn nach erfolgreicher Bestätigung im Amt die Mitglieder sogar mit einer Beitragssenkung belohnen.

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