Politik : Aufhebung der Immunität eines Dänen erwogen

Die Europäische Union (EU) erwägt, wegen mutmaßlicher Spionagetätigkeit für die DDR-Staatssicherheit die diplomatische Immunität eines dänischen Mitarbeiters aufzuheben. Die dänischen Behörden hätten ernste Anschuldigungen erhoben, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. Sollte sich dieser Schritt als notwendig erweisen, werde die EU die Immunität aufheben. Der Mann war am Heiligabend in Kopenhagen festgenommen worden. Er steht unter dem Verdacht, als Mitarbeiter des dänischen Außenministeriums von 1979 bis 1981 für die Stasi spioniert zu haben. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 16 Jahre Haft. Die Identität des Mannes wurde nicht bekannt gegeben. Er trug den Stasi-Decknamen "Lenz". Der ehemalige dänische Außenminister Kjeld Olesen sagte am Mittwoch der Zeitung "B.T.", der festgenommene mutmaßliche Stasi-Spion habe offenbar kein brisantes Material nach Ostberlin geliefert.

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