Politik : Aufklärer mit Waffen an Bord

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Die derzeit in Afghanistan eingesetzten britischen Harrier-Maschinen sind zwar flexible Senkrechtstarter, die auch unter widrigsten Bedingungen starten und landen können. Doch für die Luftaufklärung sind sie nach Expertenmeinung nicht annähernd so gut geeignet wie die deutschen Tornados, für deren Einsatz die Nato heftig wirbt. Zu den Besonderheiten des etwa 17 Meter langen Tornado zählt die Fähigkeit zu extremen Tiefflügen bis 30 Meter über dem Boden. Das kampffähige Allwetter-Flugzeug kann eine Geschwindigkeit von 2400 Stundenkilometern erreichen. Zur Luftaufklärung werden Sensoren mit einer sehr hohen Auflösung mitgeführt. Unter dem Rumpf befindet sich auch eine Luftbildkamera . Der Jet verfügt über zwei Bordkanonen und Luft-Luft-Raketen, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums vor allem dem Selbstschutz dienen sollen und nicht dazu, in eventuelle Bodenkämpfe einzugreifen. Zusätzlich kann der Tornado mit Luft-Boden-Raketen und Marschflugkörpern ausgerüstet werden. Mit ihnen können Radaranlagen beschossen und Angreifer auf Abstand gehalten werden. Die Besatzung besteht aus zwei Personen. Großbritannien, Italien und Deutschland haben den Jet in den 70er Jahren entwickelt und gebaut. Wegen der hohen Entwicklungskosten war der Tornado schon umstritten, als er 1982 von der Bundeswehr eingeführt wurde. Eine Unfallserie Ende der 90er Jahre brachte die Maschine erneut ins Gerede. Die Einsatzverbände der Luftwaffe besitzen mehr als 180 Tornados. Tsp/dpa

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