Aufrüstung : Nordkorea testet Atomwaffe

Nach eigenen Angaben hat Nordkorea am Montag zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Atomwaffe getestet. Der südkoreanische Geheimdienst registrierte zum Zeitpunkt des Tests einen Erdstoß der Stärke 3,58.

Seoul - Der unterirdische Test sei sicher und erfolgreich verlaufen, meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Es sei keine Radioaktivität ausgetreten. Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums wurde die Atomwaffe in der nordöstlichen Provinz Hamgyong um 10:36 Uhr (Ortszeit; 03:36 Uhr MESZ) gezündet. Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun berief eine Krisensitzung ein.

"Der Atomtest wurde mit 100 Prozent unserer Weisheit und Technologie ausgeführt", hieß es in der Erklärung der amtlichen nordkoreanischen Agentur KCNA. Es handele sich um ein "historisches Ereignis", das die Fähigkeit des Landes zur Selbstverteidigung stärken und zum Frieden auf der koreanischen Halbinsel beitragen werde.

Der südkoreanische Geheimdienst registrierte zum Zeitpunkt des Tests einen Erdstoß der Stärke 3,58, wie die südkoreanische Agentur Yonhap unter Berufung auf einen Sprecher des Außenministeriums in Seoul meldete. Laut einem Sprecher des Verteidigungsministeriums war auch ein Explosionsgeräusch zu vernehmen. "Die Nachricht wurde sofort Präsident Roh übermittelt", sagte ein Sprecher des Staatschefs. Die betroffenen Staaten seien informiert worden.

Japan setzt Krisengruppe ein

Die japanische Regierung setzte ein Krisengruppe ein, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Japans neuer Regierungschef Shinzo Abe traf am Morgen in Seoul ein. Thema seines Treffens mit dem südkoreanischen Präsidenten Roh sollten auch die nordkoreanische Atomaktivitäten sein.

Die kommunistische Führung in Pjöngjang hatte den Test am Dienstag angedroht. In der am 3. Oktober veröffentlichten Erklärung hieß es, die Atomwaffe diene der Abschreckung und werde nur als Reaktion auf einen Angriff eingesetzt. Die Ankündigung sorgte weltweit für Proteste. Am Freitag hatte auch der UN-Sicherheitsrat Nordkorea aufgefordert, auf den Test zu verzichten und die Verhandlungen über sein Atomprogramm wieder aufzunehmen.

Nordkorea hatte im Februar 2005 offiziell bekanntgegeben, im Besitz der Atombombe zu sein. US- und südkoreanischen Experten zufolge besitzt das Land genug waffenfähiges Plutonium für mehrere Atombomben.

Nordkorea verfügt gleichfalls über ein vielfältiges Raketenprogramm, allerdings ist nicht klar, ob es eine dieser Raketen mit einem nuklearen Sprengsatz ausrüsten könnte. Bei einem Test am 5. Juli feuerte das Land auch eine Rakete vom Typ Taepodong-2 ab, die theoretisch auch die USA erreichen könnten. Das Geschoss fiel jedoch kurz nach dem Start ins Meer. (tso/AFP)

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