Politik : Aufruf in Tschechien - 20 000 Deutsche auf "Todesmarsch" gestorben

Der frühere tschechische Parlamentspräsident Milan Uhde hat die Verantwortlichen der mährischen Landeshauptstadt Brno (Brünn) aufgefordert, die Umstände der Vertreibung der Deutschen von Experten untersuchen zu lassen. "Es war eine wilde Vertreibung, für die die Stadt ihr Bedauern aussprechen sollte", sagte Uhde am Montag in Prag. Der konservative Politiker gehört zu den Unterzeichnern eines Aufrufs der Studentenorganisation "Jugend für interkulturelle Verständigung", die vom Brünner Stadtrat verlangt, sich für die Vertreibung zu entschuldigen.

Ende Mai 1945 waren mehr als 20 000 Deutsche von "Revolutionären Garden" auf den "Brünner Todesmarsch" nach Österreich geschickt worden. Dabei waren zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Dies habe Monate vor dem Potsdamer Abkommen stattgefunden, in dem erst die Vertreibung der Deutschen international genehmigt worden sei, heißt es im Aufruf. Auch wenn der Stadtrat dem Aufruf nicht folgen sollte, sei ein Erfolg erzielt worden, glaubt Uhde: "Das Thema entwickelt sich langsam, die Initiative ist ein Schritt auf einem langen Weg." Der Stadtrat will am Donnerstag die Experten benennen. An diesem Dienstag wollen Studenten, Prominente und Politiker in Brno mit einem Gedenkakt an die tragischen Ereignisse von 1945 erinnern.

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