Augsburg : Prozess gegen Pfahls beginnt

Der Prozess gegen den früheren Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls (62) beginnt an diesem Dienstag vor dem Landgericht Augsburg. Das Gericht hat für das Verfahren zwölf Verhandlungstage festgelegt und 33 Zeugen geladen.

Augsburg (27.06.2005, 13:01 Uhr) - Mit einem Urteil sei Ende Juli zu rechnen, sagte Gerichtssprecher Karl-Heinz Haeusler am Montag. Als Zeugen sind unter anderen der ehemalige CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep, Politikersohn Max Strauß, ehemalige Manager des Rüstungsunternehmen Thyssen, Diplomaten des Auswärtigen Amtes und Vertreter der Bundeswehr-Führung.

Pfahls wird Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Er soll 1991 von dem inzwischen nach Kanada geflüchteten Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber für ein Panzergeschäft mit Saudi-Arabien rund zwei Millionen Euro Schmiergeld erhalten und nicht versteuert haben. Pfahls war Mitte vergangenen Jahres nach fünfjähriger Flucht in Paris festgenommen und im Januar dieses Jahres nach Deutschland ausgeliefert worden. Inzwischen hat der Angeklagte gegenüber der Staatsanwaltschaft eingeräumt, von Schreiber rund 440 000 Euro für den Panzerdeal und «andere Gefälligkeiten» über ein Schweizer Tarnkonto erhalten zu haben. Er bestreitet aber den Vorwurf der Bestechlichkeit.

Zu dem Prozess haben sich über 100 Journalisten akkreditiert. Ob sich die Verhandlung gegen Pfahls über die geplante Dauer hinaus verlängert, hängt von Verteidigung und Staatsanwaltschaft ab. Beide haben die Möglichkeit, während des Verfahrens weitere Beweisanträge zu stellen oder zusätzliche Zeugen zu benennen. (tso)

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