Politik : Aus Mangel an Beweisen

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Die dänische Regierung hat von Russland vor einer Auslieferung des inhaftierten TschetschenienSprecher Achmed Sakajew besseres Beweismaterial verlangt – und zugleich eine Frist dafür gesetzt. Sie läuft am 30. November ab. Der Kreml wirft Sakajew, dem persönlichen Gesandten des tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow, Mitwirkung an der Geiselaktion in einem Moskauer Musicaltheater vor. Justizministerin Lene Espersen sagte am Samstag im Rundfunk, dass Sakajew auf Basis des bisherigen Materials keinesfalls ausgeliefert werde. Die Justizministerin stufte die bisher von Moskau vorgelegten Unterlagen als „unseriös und mangelhaft“ ein. Das Material enthalte keine konkreten Beweise, keine verwertbaren Hinweise auf die in Frage kommenden Strafbestimmungen und auch keine autorisierte Übersetzung ins Dänische. In Moskau kritisierte der Vorsitzende der Kreml-treuen Dumafraktion „Volksdeputierter“, Gennadi Raikow, die dänische Weigerung zur sofortigen Auslieferung Sakajews. Er erklärte, Russland könne die Auslieferung auch vor internationalen Gerichten einklagen. Dänemarks Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen sagte zur Inhaftierung Sakajews: „Das war eine polizeiliche Bewertung ohne politische Einmischung“.dpa

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