Politik : AUS SCHLAMMMASSEN GERETTET

Shila und ihre Familie wurden vom Taifun überrascht. Eine Warnung vor den Fluten hatte sie nicht mehr erreicht, und Shila war deshalb nicht schnell genug auf dem rettenden Hügel, der sich in der Nähe der Hauptstraße nach Hernani befindet. Dorthin haben sich die Bewohner des Küstenortes Garawon geflüchtet, aber sechs Menschen schafften es nicht; drei der Toten sind Kinder, drei weitere gelten offiziell noch als vermisst. Aber niemand rechnet noch damit, dass sie lebend gefunden werden. Die Siebenjährige verschwand in einer der drei Wellen, die Sturm Yolanda auch über Garawon spülte. Shila wurde unter einer Schlammlawine begraben, die Familie suchte verzweifelt nach ihr. Schließlich entdeckte der Vater ihr T-Shirt, das aus dem Schlamm guckte, und riss die bereits blau angelaufene Tochter hoch. Ihre Arme, Beine und der Rücken sind mit vielen Schnitten übersät, die Wellen führten viele scharfe Teile mit sich. Shila lebt. Allerdings spricht sie seither kaum. So viel Glück die Familie mit der Tochter hatte, so groß ist ihre Trauer: Der Vater hatte auf der Suche nach ihr den dreijährigen Sohn auf dem Arm – als er nach Shila griff, wurde der Junge

davongespült. Sie haben ihn nicht mehr wieder-

gefunden.

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