Politik : "Aus Versehen" den Tod von Zivilisten verschuldet

Während des Kosovo-Krieges sind der Nato immer wieder militärische Pannen passiert, die zivilen Menschen das Leben kosteten. Die Nato-Verantwortlichen gaben Fehler oft nur zögerlich zu und sprachen von "Kollateralschäden", die man bedauere. Im Folgenden eine unvollständige Auflistung verschiedener Nato-Pannen.

5. April: Eine lasergesteuerte 250-Kilo-Bombe schlägt in einem Wohngebiet in der Stadt Aleksinac südlich von Belgrad ein und tötet nach serbischen Angaben 17 Menschen. Eigentlich galt die Bombe den Kasernen. Das US-Verteidigungsministerium räumt am Tag darauf ein, dass die Bombe, von einer US-Maschine abgefeuert, ihr Ziel verfehlt hat.

9. April: Die Nato bestätigt den Beschuss von Wohngebieten rund um eine Telefonzentrale in Pristina. Sie räumt mögliche zivile Opfer ein.

12. April: Nato-Raketen treffen auf einer Brücke in Grdelicka im Süden Serbiens einen Personenzug. Laut Belgrad sterben 55 Zivilisten. Der Oberkommandierende der Nato-Streitkräfte in Europa, Clark, spricht von einem "bedauerlichen Zwischenfall. Die beschossene Brücke sei eine der Versorgungslinien für die jugoslawischen Sicherheitskräfte und für die serbische Armee im Kosovo gewesen, argumentiert man bei der Nato.

14. April: Die Nato bombardiert Flüchtlingskonvois in dem Gebiet Djakovica im Südwesten des Kosovo, wobei nach Angaben Belgrads 75 Menschen sterben. Die Nato gibt zu, zwei zivile Konvois getroffen zu haben, äußert sich aber nicht zu möglichen zivilen Opfern. Der Angriff habe Militärfahrzeugen gegolten, heißt es im Nato-Hauptquartier.

1. Mai: Die Nato bombardiert eine Brücke in Luzane im Kosovo rund 20 Kilometer nördlich von Pristina, während ein Bus mit Zivilisten darüber fährt. Serbischen Quellen zu Folge sterben mindestens 60 Menschen. Die Nato gibt die Bombardierung am Tag darauf zu. Sie bestätigt zunächst jedoch nicht die Zahl der Todesopfer. Ein AFP-Korrespondent, der vor Ort ist, zählt 23 Leichen.

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