Politik : Ausgequatscht: Geht der Generalsekretär Klinken putzen? (Glosse)

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Demnächst an den Haustüren der Republik: "Ja, guten Tag, also, mein Name ist Müntefering, und ich verteile die neueste Ausgabe des SPD-Wahlprogramms . . ." So ähnlich wird es wohl laufen, wenn die Sozialdemokraten ihre neue Vorwärtsstrategie in die Tat umsetzen. Der Generalsekretär und seine Leute werden dabei interessante Erfahrungen machen und diese zügig weiterleiten: "Wieder dreimal saugrob eins mit der Handtasche drüberbekommen, Gerhard." Der Kanzler kann daraus sofort strategische Schlüsse ziehen und beispielsweise die Einführung einer Handtaschensteuer erwägen. "Frühwarnsystem" nennt sich das spät berufene vierköpfige Gremium, das aus den Herren Struck, Müntefering, Steinmeier und Schmidt besteht und die Arbeit von Partei, Fraktion und Regierung koordinieren soll. Beim Militär ist ein Frühwarnsystem übrigens irgendetwas weit vor den kämpfenden Truppen, das heranzischende Raketen bemerkt und Alarm schlägt, bevor es richtig knallt. Kann die SPD das brauchen? Wer schießt auf sie? Geplant ist wohl eher eine interne Lösung: Jeder Sozialdemokrat, der ungefragt den Mund auftun und das Meinungsspektrum der Partei ein wenig erweitern will, wird vor den möglichen Folgen früh gewarnt: Schnauze! Ach, wenn demnächst Herr Müntefering klingelt: Seien Sie nett zu ihm. Der Mann macht auch nur seinen Job.

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