Politik : Ausländer aus dem Tschad ausgeflogen

N’Djamena/Paris - Die französischen Streitkräfte haben am Wochenende mehr als 700 Ausländer aus der umkämpften Hauptstadt des Tschad nach Gabun ausgeflogen. Von ihnen seien 199 am Sonntag in Richtung Paris weitergeflogen, teilte das französische Außenministerium am Sonntagabend mit. Diese Passagiere, darunter 130 Franzosen und 69 Menschen aus 27 anderen Staaten, wurden kurz vor Mitternacht in Paris erwartet. Etwa 200 bis 250 Menschen befanden sich am Sonntagabend noch auf dem französischen Militärstützpunkt Kosseï in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena. Sechs Militärtransporter standen für weitere Flüge nach Libreville in Gabun bereit. Unter den nach Libreville gebrachten Ausländern waren neben Franzosen auch Deutsche, Schweizer, Belgier, Spanier und Ägypter.

Der tschadische Präsident Idriss Déby hat sich in seinem von Panzern geschützten Regierungssitz verschanzt. Den mit automatischen Gewehren und Granatwerfern bewaffneten Rebellen gelang zunächst kein entscheidender Vorstoß. Die französischen Truppen griffen nicht in die Kämpfe ein. Pariser Experten halten den Ausgang des Machtkampfes für offen. Die Zeit spiele für Déby, weil die Rebellen 800 Kilometer von ihren Stützpunkten im Sudan entfernt schwer Nachschub bekämen.

Das Auswärtige Amt in Berlin beobachtet nach eigenen Angaben „die Situation weiterhin mit größter Aufmerksamkeit“. „Nach Regierungsangaben befindet sich im Tschad eine niedrige dreistellige Zahl deutscher Staatsbürger“, von denen ein Teil gegebenenfalls aus dem Land gebracht würde, sagte ein Sprecher. Nach Schätzungen aus N’Djamena leben im Tschad etwa 100 Deutsche, von denen ein Teil mit Einheimischen verheiratet ist, davon 20 bis 30 in der Hauptstadt. Angesichts der unsicheren Lage im Tschad bleibt die Mission der EU-Friedenstruppe (Eufor) mit ihren 3700 Soldaten vorerst ausgesetzt. Dies beschlossen die Botschafter der 27 EU-Staaten nach Angaben aus Diplomatenkreisen auf einer Krisensitzung am Sonntag in Brüssel. dpa/AFP

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