Politik : Ausländer in Libyen zum Tode verurteilt

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(dpa). Ein libysches Gericht hat am Donnerstag fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt wegen mutwilliger Infizierung von 400 Kindern mit dem AidsVirus zum Tod verurteilt. Gegen das Urteil kann vor dem höchsten Gericht des Landes Berufung eingelegt werden. In der EU lösten die Todesurteile große Besorgnis aus. Bundeskanzler Schröder sagte Bulgarien Hilfe zu, um deren Vollstreckung zu verhindern. Neun libysche Ärzte wurden freigesprochen. Die Schwestern und Ärzte waren im Februar 1999 angeklagt worden, 400 Kinder in einem Krankenhaus in Bengasi absichtlich über verseuchte Blutkonserven infiziert zu haben, „um dadurch für Chaos zu sorgen und das staatliche System zu destabilisieren“. Die Beschuldigung, es habe sich um eine „Verschwörung“ gegen Libyen mit dem israelischen Geheimdienst gehandelt, wurde fallen gelassen. Inzwischen sind über 40 der Kinder gestorben.

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