Auslandsreise : Wulff reist mit Tochter nach Israel

Wenige Monate nach seinem Amtsantritt besucht Bundespräsident Christian Wulff Israel und die Palästinensischen Gebiete. Er ist der erste deutsche Präsident der Nachkriegsgeneration, der nach Israel reist.

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Berlin - Sein Ziel sei es, „möglichst früh ein Signal zu setzen für die Wertschätzung der deutsch-israelischen Beziehungen“, hieß es im Bundespräsidialamt zur Begründung dafür, dass Wulff zwar die höchsten Staatsoberhäupter Tel Avivs treffen, allerdings nicht vor dem israelischen Parlament, der Knesset, sprechen wird. Ein solches Vorhaben – erst wenige Male haben deutsche Präsidenten in der Knesset das Wort erhalten – müsse gründlich vorbereitet werden, hieß es.

Vier Tage, und damit ungewöhnlich lang, wird die Präsidentenreise dauern, die an diesem Samstag beginnt. Das Signal, das Wulff setzen will, ist weniger ein streng politisches, sondern eher eines der Verständigung der beiden Völker. Zu diesem Zweck wird der Präsident auch von deutschen Jugendlichen, die sich mit israelischen Jugendlichen im Kontakt befinden, reisen und auch seine Tochter Annalena mitnehmen. Die 17-jährige Annalena, die ein Gymnasium in Osnabrück besucht und Wulffs Tochter aus der ersten Ehe ist, wird, wie es im Bundespräsidialamt heißt, einen „sehr persönlichen“ Besuch mit ihrem Vater in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem absolvieren. Die Botschaft: Die Geschichte und die Verantwortung der Deutschen darin soll auch jetzt, 60 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, nicht vergessen werden und die Erinnerung daran gleichsam symbolisch auf Wulffs Tochter Annalena und damit auf die nächste Generation übergehen.

Der 51-jährige Wulff selbst ist der erste deutsche Präsident der Nachkriegsgeneration, der nach Israel reist. Zur Untermauerung der deutsch-israelischen Beziehungen zwischen Vergangenheit und Zukunft will Wulff Gespräche mit Wirtschafts- und Wissenschaftseinrichtungen führen. Er wird dabei von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation aus Deutschland begleitet. Zu politischen Gesprächen wird das deutsche Staatsoberhaupt Israels Präsidenten Schimon Peres, den Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Oppositionsführerin Zipi Livni treffen. In den Palästinensergebieten will Wulff eine Schule besuchen und sich einen Eindruck von deutschen Aufbauprojekten verschaffen. Zum Abschluss seiner Reise wird Wulff den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas treffen.

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