Ausnahmezustand : Putsch-Gerüchte sorgen für Kurs-Sturz an Pakistans Börsen

Das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte Pakistans gegen Protestler im ganzen Land sorgt für Druck an den Finanzmärkte. Aufgrund anhaltender Putschgerüchte brachen die Kurse an der Börse in Karachi ein.

IslamabadAm zweiten Tag nach Verhängung des Ausnahmezustands durch den pakistanischen Machthaber Pervez Musharraf haben Sicherheitskräfte gewaltsam Protestdemonstrationen aufgelöst. In mehreren pakistanischen Großstädten setzte die Polizei nach Augenzeugenberichten Schlagstöcke und Tränengas gegen oppositionelle Anwälte ein.

Bei einem Polizeieinsatz gegen rund 2000 Anwälte vor dem Obersten Gericht im ostpakistanischen Lahore gab es nach Augenzeugenberichten Dutzende Verletzte und zahlreiche Festnahmen. Auch in Karachi und in der Garnisonsstadt Rawalpindi protestierten Anwälte gegen die Politik Musharrafs. Der Staats- und Armeechef hatte am Samstag den Ausnahmezustand verhängt.

Derweil reagierte Pakistans größte Börse in Karachi mit einem heftigen Kurssturz auf Gerüchte über einen möglichen Putsch des Militärs gegen Musharraf. Der KSE-100-Index fiel um 4,7 Prozent, nachdem die Meldung verbreitet worden war, Musharraf sei unter Hausarrest gestellt worden. "Die Börse hat auf die politische Krise im Land reagiert", sagte ein Börsenhändler. Es sei der größte Kurssturz der vergangenen Monate gewesen. Ein Armeesprecher wies die Gerüchte indes als "gegenstandslos" zurück. (mit dpa)

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