Politik : Ausreisewelle vor Wahl im Irak – Angst vor Gewalt

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Bagdad Gut eine Woche vor den Parlamentswahlen im Irak verzeichnet die Grenze zu Jordanien einen wahren Ansturm von ausreisenden Irakern. Wie jordanische und irakische Tageszeitungen am Samstag berichteten, bilden sich lange Schlangen am Grenzübergang. Ganze Familien würden Irak Richtung Jordanien verlassen, zitierte die Tageszeitung „Al Furat“ einen Grenzbeamten. Die Iraker würden die vier Feiertage des Opferfestes und die drei arbeitsfreien Tage während der Wahlen nutzen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Terrorgruppen haben mit vermehrten Anschlägen in der kommenden Woche gedroht und die Bevölkerung davor gewarnt, ihre Stimme abzugeben. Auch haben Extremisten nach eigenen Angaben 17 Iraker ermordet, die mit den USA oder ihren Verbündeten zusammengearbeitet haben sollen. Auf einem Video, das auf einer Islamisten-Internetseite veröffentlicht wurde, ist die öffentliche Enthauptung von zwei irakischen Lastwagenfahrern auf einem Bürgersteig zu sehen. Die Iraker hätten zugegeben, als Lastwagenfahrer Lebensmittel und andere Güter für die US-Armee in Ramadi transportiert zu haben. Zu der Enthauptung hätten sich Anhänger des jordanischen Terroristen Abu Mussab al Sarkawi bekannt.

Acht im Irak entführte Chinesen wurden indes am Samstag freigelassen. Die Anfang des Monats Verschleppten sind Arbeiter aus der südchinesischen Provinz Fujian. Die Entführer hatten die chinesische Regierung aufgefordert, ihren Staatsbürgern die Einreise in den Irak zu untersagen. Das Außenministerium in Peking hatte am Freitag erneut bekräftigt, dass es seine Landsleute mehrfach vor einer solchen Reise gewarnt habe. dpa

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