Ausschreitungen : Jugendliche wüten in französischer Kleinstadt

Im zwischen Paris und Straßburg gelegenen Saint-Dizier ist es in der Nacht zum Freitag zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Jugendliche zündeten zwei Gebäude und mindestens 16 Autos an.

Saint-DizierBis zu 50 Jugendliche, die teils mit Eisenstangen bewaffnet gewesen seien, hätten am Donnerstagabend zunächst ein Feuerwehrfahrzeug und einen Polizeiwagen angegriffen. Einige hätten dabei versucht, die Beamten aus den Autos zu ziehen. Zur Verstärkung heranrückende Einsatzfahrzeuge wurden in dem Sozialwohnungsviertel mit Steinen beworfen. Verletzt wurde nach vorläufigen Angaben niemand.

Die als "sehr jung" beschriebenen Krawallmacher hätten sich darauf in der 32.000-Einwohner-Stadt verteilt und Feuer in einem Jugend- und Kulturheim gelegt. Dessen Erdgeschoss wurde durch den Brand vollkommen zerstört. Auch die Filiale eines Autoverleihs ging in Flammen auf.

Festnahme als Auslöser?

Schon in den vergangenen Tagen waren in Saint-Dizier Polizisten immer wieder mit Steinen angegriffen worden. Die jüngsten Ausschreitungen sind laut Bürgermeister François Cornut-Gentille die bisher schwersten in der Stadt. Er vermutete, dass die Festnahme eines Jugendlichen, der einen Polizisten geohrfeigt hatte, hinter dem Ausbruch der Gewalt stehen könnte.

Im Herbst 2005 hatte es in Frankreichs von hoher Arbeitslosigkeit geprägten Vorstädten landesweite Jugend-Krawalle gegeben. Mehr als 10.000 Fahrzeuge gingen zwischen Ende Oktober und Mitte November in Flammen auf; 300 Gebäude wurden zerstört. (mit AFP)

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