Politik : Ausschreitungen vor dem Haus von Ex-Präsident Suharto

Bei Ausschreitungen vor dem Haus des ehemaligen indonesischen Präsidenten Suharto in Jakarta haben Demonstranten am Freitag vier Polizei- und Militärfahrzeuge in Brand gesteckt. Die Studenten hätten die Wagen gestoppt und die Insassen gezwungen auszusteigen, hieß es. Dann hätten sie Feuer gelegt. Seit Tagen gibt es in der Hauptstadt Auseinandersetzungen zwischen Studenten und der Polizei. Die Demonstranten verlangen, dass Suharto für die Korruption während seiner 32-jährigen Herrschaft vor Gericht gestellt wird.

Der indonesische Staatspräsident Abdurrahman Wahid hat offenbar für Juni eine Autonomieregelung für die muslimische Provinz Aceh angekündigt. Im Gespräch mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Kock, sagte er nach EKD-Angaben außerdem, er wolle auch für Westpapua eine Autonomie aushandeln. Kock hatte Wahid mit einer achtköpfigen EKD-Delegation am Montag während einer Indonesienreise getroffen, teilte das Kirchenamt am Donnerstag in Hannover mit. Der für die Molukkeninsel Ambon zuständige General werde abgelöst, erklärte Wahid nach EKD-Angaben weiter. Er habe sich als unfähig erwiesen.

Unterdessen haben erneute Kämpfe zwischen Muslimen und Christen auf dem indonesischen Inselarchipel der Molukken 32 Tote und 52 Verletzte gefordert. Wie die indonesische Nachrichtenagentur Antara am Freitag berichtete, sollen außerdem 150 Häuser zerstört worden sein. Nach Angaben eines Kirchen-Sprechers hatte eine Gruppe von Muslimen die Insel Galela mit Schnellbooten und automatischen Waffen im Morgengrauen überfallen. Bei den Angreifern soll es sich um Mitglieder der "Laskar Jihad" (Heiliger Krieg) handeln.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar