Politik : Außenminister Ägyptens zurückgetreten

Kairo - Kurz vor einer angekündigten Kabinettsumbildung ist Ägyptens Außenminister Mohammed al Orabi von seinem Amt zurückgetreten. Er wolle Ministerpräsident Essam Scharaf jegliche Befangenheit bei den Verhandlungen zur Kabinettsumbildung ersparen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Mena. Scharaf will an diesem Montag eine Kabinettsumbildung vornehmen, mit der er auf die seit mehr als einer Woche anhaltenden Proteste in Kairo reagieren will. Orabi war erst vor einem Monat zum Außenminister ernannt worden. Dabei folgte er dem beliebten Nabil al Arabi, der als Generalsekretär der Arabischen Liga seinen Landsmann Amr Mussa ablöste. Neuer Außenminister soll Mohammed Kamel Amr werden. Nach Angaben aus Regierungskreisen werden etwa 20 Minister ausgetauscht.

Die Rücktrittserklärung Orabis, die der Premier annahm, kam nur wenige Stunden nach der Ernennung zweier Stellvertreter von Scharaf. Der Ökonom und frühere UN-Vertreter Hasem Beblawi soll laut Mena für die Wirtschaftspolitik verantwortlich sein, während Ali al Silmi, ein Anführer der liberalen Wafd- Partei, mit dem „Übergang zur Demokratie“ beauftragt werden soll.

Über den Gesundheitszustand des ehemaligen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak gab es am Sonntagabend widersprüchliche Berichte. Der staatliche ägyptische Rundfunk und der Fernsehsender Al Dschasira berichteten, Mubarak habe einen Schlaganfall erlitten und liege im Koma. Mubaraks Rechtsanwalt habe dies bestätigt, berichtete der arabische Sender. Der Direktor der Luxus-Klinik im Sinai-Bad Scharm el Scheich, in der sich Mubarak seit Juni unter Arrest aufhält, dementierte jedoch, dass er ins Koma gefallen sei. Der Prozess gegen Mubarak soll am 3. August beginnen. AFP/dpa

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