• Außenminister Iwanow verweigert Zustimmung und warnt vor einer neuen Runde im Rüstungswettlauf

Politik : Außenminister Iwanow verweigert Zustimmung und warnt vor einer neuen Runde im Rüstungswettlauf

Russland lehnt die amerikanischen Pläne für einen atomaren Schutzschild gegen Raketenangriffe nach wie vor ab und warnt vor einer neuen Runde des nuklearen Rüstungswettlaufs. Auch zahlreiche andere Länder übten auf der gegenwärtig in New York tagenden Überprüfungskonferenz für den Atomwaffensperrvertrag (NPT) Kritik an den US-Plänen. Nach am Mittwoch veröffentlichten Zahlen soll das als "Star Wars II" bekannt gewordene Raketen-Abwehrsystem rund 60 Milliarden Dollar (120 Milliarden Mark) kosten. US-Präsident Bill Clinton will im Sommer endgültig entscheiden, ob das Schutzschild-Projekt realisiert wird.

Der russische Außenminister Igor Iwanow erklärte am Dienstag, seine Regierung werde keinesfalls einer Änderung des 1972 vereinbarten ABM-Vertrages zur Begrenzung von Abwehrsystemen gegen strategische Waffen zustimmen. Diese wäre für Washingtons Schutzschild-Programm erforderlich. Sollten die USA den ABM-Vertrag einseitig verletzen oder kündigen, werde dies das gesamte in den letzten Jahrzehnten geschaffene Gefüge der nuklearen Abrüstung unterminieren, warnte Iwanow.

Russlands Weigerung, den ABM-Vertrag zu modifizieren, fand die Unterstützung zahlreicher Staaten. Neben anderen sprachen sich die Vertreter Kanadas, Schwedens und Belgiens gegen die amerikanischen Pläne aus. US-Außenministerin Madeleine Albright hatte zum Auftakt der Konferenz erklärt, die USA müssten die Möglichkeit haben, sich durch einen nationalen Abwehrschirm vor nuklearen Raketenangriffen seitens extremistischer Regimes zu schützen.

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