Politik : Außenminister Sattar macht Versuchsstopp von Indien abhängig

Die Militärmachthaber in Pakistan behalten sich das Recht auf weitere Atomtests vor, sollte der Erzrivale Indien weitere Nuklearversuche unternehmen. Der von den Militärs eingesetzte Außenminister, Abdul Sattar, erklärte am Donnerstag in Islamabad, falls Indien einen Nukleartest unternehme, bevor der Atomteststopp-Vertrag in Kraft getreten sei, werde sich Pakistan nicht an einem eigenen Versuch hindern lassen. Dies gelte auch für den Fall, dass Pakistan den Vertrag unterzeichnen sollte. Ein nukleares Wettrüsten auf dem indischen Subkontinent dürfe es jedoch nicht geben, sagte Sattar während eines Seminar zu Indiens Atomprogramm.

Am 12. Oktober hatten die pakistanischen Streitkräfte unter General Pervez Musharaf gegen die Zivilregierung von Ministerpräsident Nawaz Sharif geputscht. Die USA drängen weiter darauf, dass Pakistan dennoch den Teststopp-Vertrag unterzeichnet. Der Vertrag sieht das Verbot jeglicher Nuklearversuche vor. Damit er in Kraft treten kann, müssen ihn alle 44 Länder ratifizieren, die im Besitz von Atomtechnologie sind. Pakistan und Indien haben den Vertrag jedoch bislang nicht einmal unterzeichnet. Die USA haben das Abkommen zwar unterschrieben, jedoch nicht ratifiziert.

Der japanische Ministerpräsident Keizo Obuchi bekräftigte am Mittwoch, Indien keine Wirtschaftshilfe zu gewähren, solange Neu Delhi nicht den Atomteststopp-Vertrag unterzeichnet. Japan hat - mit Ausnahme humanitärer Hilfe - seit den indischen Atomversuchen 1998 alle Hilfszahlungen an Indien eingestellt.

Indien und Pakistan verfügen seit dem vergangenen Jahr über Atomwaffen, die sie im Mai 1998 unterirdisch getestet haben. Das Verhältnis der beiden südasiatischen Nachbarstaaten gilt seit Jahrzehnten als gespannt. Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 führten die Nachbarn schon dreimal Krieg gegeneinander.

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