Politik : Außenminister trifft in Indien Computer-Experten

Bundesaußenminister Joschka Fischer ist bei seiner ersten Asienreise in Indien mit Ängsten junger Computerexperten vor mangelnder Akzeptanz in Deutschland konfrontiert worden. "Würden wir uns überhaupt in Deutschland wohl fühlen?" fragten junge Ingenieure im Zusammenhang mit der umstrittenen Greencard- Debatte am Mittwoch in der südindischen Stadt Bangalore. Fischer war am frühen Morgen in Bangalore, dem indischen Zentrum der Computer-Industrie eingetroffen und wird am Donnerstag Neu-Delhi besuchen.

Fischer erklärte den Interessierten, die Akzeptanz werde auch mit der praktischen Erfahrung wachsen. "Ich weiß, dass das in den USA besser ist", sagte der Minister mit Blick auf die große Begeisterung der Inder für die USA. Aber auch in Deutschland werde sich die Einstellung ändern und bessern. In Richtung des CDU-Politikers Jürgen Rüttgers, der mit seiner "Kinder statt Inder"-Parole im Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen auch in Indien für Diskussionen sorgte, sagte er: "Rüttgers Partei hat in Nordrhein-Westfalen die Wahlen verloren." Das sei ein gutes Zeichen.

Auf Kritik an der deutschen Visapolitik erklärte Fischer, man müsse einen flexibleren Weg finden. "Es muss mehr Vertrauen und weniger Bürokratie geben." Wenn es so schwierig sei, ein langfristiges Visum zu bekommen, würde man Leute eher abschrecken als einladen, sagte der deutsche Außenminister in Bangalore.

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