Außenpolitik : Bush besucht den afrikanischen Kontinent

Auf seiner Afrika-Reise ist US-Präsident Bush heute in Ruanda. Dort besucht er unter anderem das Völkermord-Denkmal, wo er "das Böse erkennt". Bereits gestern hatte Bush in Tansania klar gemacht, wie er sich den Kampf gegen Malaria und Aids vorstellt: Moskitonetze und Enthaltsamkeit.

Bush in Afrika
US-Präsident Bush besucht Afrika. -Foto: AFP

Nairobi/Kigali US-Präsident George W. Bush hat zu Beginn seines Besuchs im zentralafrikanischen Ruanda am Dienstag das Denkmal zur Erinnerung an den Völkermord an den Tutsi im Jahr 1994 besucht. "Wenn man hier ist, erkennt man, dass das Böse existiert", sagt er nach seinem rund 40-minütigen Besuch in der Gedenkstätte. Das Museum habe einen "tiefen Eindruck" bei ihm hinterlassen. Die Gedenkstätte erinnert an die rund 800.000 Tutsi und gemäßigten Hutu, die in nur drei Monaten von radikalen Hutu-Milizen brutal ermordet wurden, während die Vereinten Nationen weitgehend untätig blieben. "In einer solchen Situation will man keine Beobachter schicken, sondern Helfer, die mit der Situation umgehen", so Bush. "Deshalb ist das Mandat für Darfur so wichtig."

Bush eröffnet Botschaft

Bush hatte bereits in den vergangenen Tagen seiner Afrikareise wiederholt auf die Lage in der westsudanesischen Krisenprovinz hingewiesen und betont, schnelles Handeln sei im Interesse der Millionen Flüchtlinge in Darfur notwendig. Später eröffnete Bush die neue US-Botschaft in der ruandischen Hauptstadt Kigali. "Es ist schwer zu glauben, dass sich ein Land so schnell von einem so schrecklichen Moment erholen konnte", lobt er die Entwicklung des kleinen zentralafrikanischen Landes seit dem Völkermord. Obwohl Ruanda eine fürchterliche Zeit durchgemacht habe, bestehe wieder Hoffnung.

Mit Enthaltsamkeit gegen Aids

Der thematische Schwerpunkt von Bushs zweiter Afrikareise liegt auf der Bekämpfung von Armut, Aids und Malaria südlich der Sahara. Bush, der zuvor Benin und Tansania besucht hatte, wollte noch am Dienstag nach Ghana weiterreisen, ehe er seinen Afrikabesuch am Donnerstag in Liberia beendet. In Tansania hatte Bush am Montag angekündigt, Moskitonetze verteilen zu wollen. Außerdem verteidigte  er eine umstrittene Klausel des amerikanischen Aids-Hilfe-Programms für Afrika , wonach ein Drittel der Mittel zur Aids-Prävention in Maßnahmen fließen müssen, die der Förderung der sexuellen Abstinenz vor der Ehe in Afrika dienen sollen. (ck/dpa)

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