Politik : Außenseiter mit Mehrheit

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Er finde im Parlament schon lange nicht mehr statt, sagt Ottmar Schreiner. In der Tat hat die Fraktionsführung den Parteilinken schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr ans Rednerpult des Bundestages gelassen. So ist Schreiner, der einst Bundesgeschäftsführer und damit formal zweitwichtigster Mann der SPD war, zum Außenseiter geworden. Nun hat sich der engagierte Kämpfer für den kleinen Mann mit anderen Mitteln Gehör verschafft. Aus Protest gegen die Reformpläne von Bundeskanzler Schröder hat er mit anderen linken SPDAbgeordneten das erste Mitgliederbegehren der Parteigeschichte angestoßen. Schreiner ist der Prominenteste der „Rebellischen Zwölf“, wie die Parlamentarier in Berlin genannt werden. Als Chef der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen will er verhindern, dass die SPD zur Partei des Sozialabbaus wird. In den Medien findet er deshalb wieder häufiger statt. Und als SPD-Außenseiter fühlt sich Schreiner zur Zeit allenfalls in Berlin. Der 57-jährige Jurist hat den Kampf gegen die Mächtigen in dem Glauben aufgenommen, die Mehrheit der Basis hinter sich zu haben. mfk

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