Politik : Australien ratifiziert Klimaprotokoll

Sydney - Wenige Stunden, nachdem der neue australische Premierminister Kevin Rudd seinen Amtseid abgelegt hat, hat er die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls in Gang gesetzt. Australien war bisher neben den Vereinigten Staaten das einzige Industrieland, das eine Ratifizierung des vor zehn Jahren ausgehandelten Klimaschutzabkommens verweigert hatte. Rudd unterzeichnete als erste Amtshandlung das Ratifizierungsdokument für das Kyoto-Protokoll. Auf Bali, bei der Eröffnungssitzung des UN-Klimagipfels, erhoben sich daraufhin die Teilnehmer und applaudierten. Der amerikanische Delegationsleiter Harlan Watson sage: „Wir respektieren Australiens Entscheidung. Wir gehen davon aus, dass die anderen unsere Entscheidung auch akzeptieren.“

Rudd will als einer der wenigen Regierungschefs persönlich zur Weltklimakonferenz nach Bali reisen. Er hatte den Anschluss seines Landes ans Kyoto-Protokoll in den Mittelpunkt seiner erfolgreichen Wahlkampagne gestellt. Die australische Tageszeitung „The Australian“ zitiert Rudd mit den Worten: „Das Kyoto-Protokoll gilt als das umfassendste Abkommen über die Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung, das je in Kraft getreten ist.“

Kurz nach seiner Vereidigung sagte Rudd in Canberra: „Es ist die erste Amtshandlung und unterstreicht die Entschlossenheit meiner Regierung, den Klimawandel anzupacken.“ Das Ratifizierungsdokument wird nun bei den Vereinten Nationen hinterlegt werden. 90 Tage später wird Australien offiziell Mitglied des Kyoto-Protokolls. Das Abkommen erlaubt Australien, seine Treibhausgasemissionen bis 2012 um acht Prozent im Vergleich zum Stand von 1990 zu steigern. 2005 lag das Land allerdings bereits um knapp 25 Prozent über dem Niveau von 1990. Rudd sagte: „Nach heutigem Stand werden wird unser Ziel wahrscheinlich um etwa ein Prozent verfehlen.“ Allerdings sagte er noch nicht, wie das Land, diese anspruchsvolle Zielsetzung in fünf Jahren noch erreichen könnte. Australien ist der weltgrößte Exporteur von Steinkohle. dpa/Tsp

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben