Politik : Auswärtiges Amt warnt vor Reisen zur indonesischen Urlaubsinsel

Bei Unruhen auf der indonesischen Urlaubsinsel Lombok haben Polizisten einen Mann erschossen, nachdem Moslems elf christliche Kirchen zerstört hatten. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, hatten sich auf der Insel etwa 5000 Moslems versammelt, um gegen die Gewalt auf den Molukken zu demonstrieren. Lombok liegt etwa 1400 Kilometer südwestlich der Inselgruppe, auf der seit vergangenem Dezember nach Schätzungen des Militärs 771 Christen und Moslems getötet worden sind. Auch in der indonesischen Unruheprovinz Aceh erschossen Soldaten unterdessen fünf Moslemextremisten.

Das Auswärtige Amt warnte am Dienstag vor Reisen auf Lombok. Nach den jüngsten Ausschreitungen zwischen Christen und Moslems gelte die Empfehlung bis auf weiteres, sagte ein AA-Sprecher in Berlin. Das östlich von Bali gelegene Lombok gehört zu den Kleinen Sundainseln und gilt als ein beliebtes Touristenparadies. Die seit einem Jahr andauernden Gewalttätigkeiten zwischen Christen und Moslems auf den Molukken-Inseln waren am Montag auf das 800 Kilometer entfernte Lombok übergesprungen. Am Dienstag seien auch erstmals Touristen von den Unruhen betroffen gewesen, berichtete die Schweizer Botschaft in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Zwei Schweizer Reiseunternehmen hätten ihre Kunden auf die Nachbarinsel Bali in Sicherheit gebracht.

Auf der indonesischen Insel Bintan blockierten am Dienstag aufgebrachte Bewohner die Zufahrtsstraße zu mehreren Ferienanlagen. Sie bewaffneten sich mit Pfeil und Bogen, mit Speeren und Macheten und drohten, sich mit Gewalt das von ihnen beanspruchte Land zurückzuholen. Zu den Ferienanlagen auf der 40 Kilometer von Singapur entfernten Insel zählen auch ein Club Med und das luxuriöse Banyan Tree.

Die internationale Friedenstruppe in Ost-Timor wurde unterdessen erstmals seit Monaten in Gefechte mit proindonesischen Milizionären verwickelt. Wie der australische Kommandeur Cosgrove am Dienstag in Dili mitteilte, wurde bei drei Schusswechseln im Nordwesten der Insel vermutlich ein Milizionär erschossen.

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